Weithin sichtbar steht die romanische Doppelkapelle auf der Porphyrkuppe in der Stadt Landsberg
im Saalekreis.
Sie entstand um 1170 und war Burgkapelle der Residenzburg der Markgrafen der sächsischen
Ostmark und ist markantester Zeuge mittelalterlicher Geschichte Landsbergs. Größe und Bedeutung der
Kapelle lassen auf den Stellenwert der ehemaligen Burganlage schließen.
Die Doppelkapelle ist eine Form der Herrschaftskirche und man findet sie an Domen, in Burgen
und Königs- sowie Bischofspfalzen der Salier und Staufer. Die wesentlichsten Merkmale des
Bauprinzips sind der Zentralgrundriss, das Vierstützensystem mit dem "Raumschacht" und separate
Zugänge in die Kapellenräume. Das Ziel war die räumliche Ständetrennung.
Insgesamt 30 Bauwerke dieser Art sind bekannt, einige nur als Reste oder aus der
Überlieferung. Die Landsberger Doppelkapelle gehört bei einer vergleichenden Bewertung auf die
vorderen Ränge. Sie ist eine der größten erhaltenen Dopppelkapellen, wird als "besonders edle
Anlage" bezeichnet und weist den originalen Baukörper auf.
Die Kapellenräume zeigen an den Pfeilern und Säulen einen erstaunlichen plastischen
Formenreichtum, figürliche und pflanzliche Ornamentik von hoher Qualität. Stilistische Verbindungen
bestehen zum Bauschmuck in Königslutter (Niedersachsen) und Ilsenburg im Harz. Eine Besonderheit
stellt die "Blutsäule" dar, eine Säule aus rotem Marmor, die Karfreitag Blut und Wasser schwitzen
soll.
Das Innere ist in seiner räumlichen Gliederung eine Durchdringung von dreischossigem Längsbau
und Doppelkapellenschema. Die Bauornamentik an den Säulen und Pfeilern zeigt erstaunlichen
Formenreichtum und ist von hoher Qualität. Die Kapitelle zeigen im allgemeinen eine gedrückte
Würfelform mit reichem Palmettendekor, zu dem im Untergeschoss vielfach noch figürliche Motive
treten. Die männliche und die weibliche Halbfigur eines Kapitells wird von der Forschung als
Stifterehepaar angesprochen.
Der vorzügliche Schnitzaltar aus der Zeit von 1525/30 wird Stephan Hermsdorf zugeschrieben.
Ein Grabstein mit Ritzzeichnung eines Stabkreuzes stammt aus dem 13. Jahrhundert.
Weitere Informationen erhalten Sie hier:
Doppelkapelle und Museum
Hillerstraße 8
06188 Landsberg (Saalekreis)
Tel.: 034602 20690
Fax: 034602 48741
E-Mail: doppelkapelle-landsberg@gmx.net
Internet:
www.stadt-landsberg.de
















