Zu Martin Luthers Sterbeort vermerkt ein Chronist im 16. Jahrhundert: "Es liegen in der Stadt Isleben vier Herrenhäuser. (...) das 4. Graven Brunen Haus, darinnen auch Anno 1546 Doctor Martinus Luther seliglich entschlafen."
Der Hüttenmeister Tile Rinck errichtet dieses Haus, heute Markt
56, wohl 1506 nach dem großen Stadtbrand von 1498. Während des
letzten Aufenthaltes Luthers in Eisleben ist es bereits schadhaft,
wird nach 1570 neu erbaut und erhält um 1700 sein heutiges
Aussehen.
Der Chronist Eusebius Francke lokalisiert 1726 das Sterbehaus
am Andreaskirchplatz 7 und begeht dabei einen folgenschweren
Irrtum, denn dieses Haus gehörte nicht Dr. Philipp Drachstedt
(gest. 1539), sondern seinem Sohn Barthel Drachstedt (gest. 1560).
Bald verankert sich diese Lokalisierung im öffentlichen
Bewusstsein.
1862 wird das Haus Andreaskirchplatz 7 vom preußischen Fiskus
erworben. Zunächst ist nur vorgesehen, das Haus als "ein Denkmal
des Reformators zu konservieren" und auf seinen spätgotischen
Zustand zurückzuführen. Bald werden die in den Sterbeberichten über
Luthers Tod genannten Räume rekonstruiert und mit historistischen
Möbeln und einigen echten Antiquitäten ausgestattet. Somit wird das
Haus Andreaskirchplatz 7 im 19. Jahrhundert zum Museum "Luthers
Sterbehaus" und verdeutlicht heute das Andenken an Luthers Tod in
Eisleben.












